Kurzsichtigkeit nimmt bei Kindern stark zu

Quelle:
Salzburger Nachrichten
06.06.2016

Kurzsichtigkeit nimmt bei Kindern stark zu

Zu wenig Aufenthalt im Freien und langes, angestrengtes Hinschauen auf Smartphones und Tablets werden als Hauptursache angesehen.[…]

…Etwa 60 Prozent der Sehschwächen bei Kindern werden nicht rechtzeitig erkannt. Ein Grund dafür ist, dass Kinderaugen noch eine sehr hohe Anpassungsfähigkeit haben und Brechungsfehler über die Verformung der Augenlinse ausgeglichen werden können. Das gilt auch für die Kurzsichtigkeit, die seit längerer Zeit zunimmt. Im Vergleich zu den 1970er-Jahren ist die Häufigkeit bei Jugendlichen von 25 auf etwa 48 Prozent angestiegen.

…Herbert A. Reitsamer, Vorstand der Universitätsklinik für Augenheilkunde in Salzburg, weist darauf hin, „dass wir vor allem seit etwa fünf Jahren bei sehr jungen Patienten vermehrt Phänomene beobachten wie Verschwommensehen oder Kurzsichtigkeit“. Auslöser dafür könnten Spiele auf dem Smartphone oder Tablet sein, die zu stundenlangem Nahsehen verleiten.

…Epidemiologische Studien haben einen klaren Zusammenhang zwischen Kurzsichtigkeit und der Verweildauer in geschlossenen Räumen. Der in Gebäuden, beim Lesen und beim Schauen auf das Handy ausgelöste Naheinstellungsreiz des Auges löst offenbar dessen übermäßiges Längenwachstum aus. Bereits vor 110 Jahren haben Augenärzte empfohlen, sich länger im Freien aufzuhalten. Jüngste Daten bestätigen diese alten Weisheiten: In Seoul sind bereits 96,5 Prozent der 19-jährigen Männer kurzsichtig. 1970 sind es noch 20 Prozent gewesen.

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http://www.salzburg.com/nachrichten/gesundheit/sn/artikel/kurzsichtigkeit-nimmt-bei-kindern-stark-zu-199426/

… Was Eltern tun können, um bei ihren Kindern einer Kurzsichtigkeit vorzubeugen, erläutert Dr. Heike Elflein, Oberärztin an der Mainzer Augenklinik: „Wir empfehlen, die Zeit des Naharbeitens mit Büchern oder Smartphones auf ein Mindestmaß zu beschränken und dabei auch regelmäßig in die Ferne zu schauen. Zudem sollte im Falle einer bereits vorhandenen Kurzsichtigkeit die Brille beim Naharbeiten abgenommen werden.“ Auch sollten Kinder mindestens eine Stunde am Tag draußen spielen, da das Sonnenlicht eine positive Wirkung auf die Sehkraft habe.

Natürlich betrifft die Verschlechterung der Augen nicht nur Kinder, sondern auch Menschen, die ständig am PC arbeiten müssen, ohne die erforderlichen Pausen zu machen und/ oder ihr Smartphone u. a. intensiv benutzen. Das blaue Licht, was von den Geräten ausgeht, ist zudem nicht förderlich für unsere Augen und bringt dazu noch unseren biologischen Rhythmus durcheinander (Tag/ Nacht). Es gaukelt Tag vor, obwohl schon längst Nacht ist.

Professor Dr. Norbert Pfeiffer von der Universitätsmedizin Mainz wird noch deutlicher. Er empfiehlt, „die steigende Zahl der Kurzsichtigen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Zwar lasse sich mit Brillen und Kontaktlinsen die Sehfähigkeit korrigieren, die Langzeitfolgen der Sehschwäche seien jedoch gefährlich: „Bei den Betroffenen besteht ein deutlich erhöhtes Risiko, später eine Netzhautablösung oder eine Makuladegeneration, eine Beeinträchtigung des Punktes des schärfsten Sehens, zu erleiden.“

Der britische Laser-Chirurg David Allamby warnte bereits 2013 vor einer Epidemie. In seinem Bericht macht er deutlich, dass die Zahl der an Kurzsichtigkeit erkrankten Menschen um 35 Prozent gestiegen sei, seit es Smartphones gibt:

http://www.n-tv.de/wissen/Britischer-Wissenschaftler-warnt-Smartphones-machen-kurzsichtig-article11197271.html

Weitere Infos in „Die Welt“ unter http://www.welt.de/gesundheit/article146081080/Smartphone-amp-Co-lassen-Kurzsichtigkeit-explodieren.html

Eine Informationsbroschüre „Digitale Gefahr – Kurzsichtigkeit durch Smartphones?“ kann kostenlos angefordert werden bei der

BSV Salzburg, Tel. 0043 (0) 662-43 16 63-0; E-Mail: sekretariat@bsvs.at

http://www.sbsv.at/uberuns.html

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