Geheimnis um Sulfoxaflor

Liebe Freundinnen und Freunde des Umweltinstituts,

es gibt wenige Dinge, die mir so viele Sorgen bereiten wie der dramatische Rückgang der Insektenvielfalt auf unseren Feldern. Zu allem Überfluss stehen nun auch noch neue Spritzmittel mit dem Wirkstoff Sulfoxaflor kurz vor der Genehmigung in Deutschland. Nach allem, was wir wissen, wirkt der Stoff ganz ähnlich wie die erst kürzlich im Freiland verbotenen Neonicotinoide. Damit könnte sich die Situation für viele Bestäuber wie Bienen und Hummeln weiter verschlechtern.

Seit fast einem Jahr streite ich mich deshalb mit der EU-Kommission über den Zugang zu den Studien aus dem Zulassungsverfahren. Erhalten habe ich nach langem Hick-Hack nur eine in weiten Teilen geschwärzte Zusammenfassung. Diese Geheimniskrämerei macht eine unabhängige Überprüfung unmöglich.

Wahrscheinlich hat die Kommission nicht damit gerechnet, dass uns jemand die ungeschwärzten Studien zuspielen könnte. Doch genau das ist jetzt passiert! Damit wendet sich das Blatt: Endlich können wir überprüfen, wie gefährlich Sulfoxaflor für Bienen, Hummeln und andere Insekten ist – beziehungsweise ob die von der Industrie eingereichten Studien überhaupt geeignet sind, dies festzustellen. Dazu wollen wir jetzt einen unabhängigen Wissenschaftler beauftragen. Doch gute Expertise hat ihren Preis. Deshalb bitte ich Sie jetzt um Ihre Unterstützung:
Helfen Sie mit Ihrer Spende!
Die Zeit drängt, denn fast gleichzeitig mit den Studien hat mich eine weitere Nachricht erreicht: Die Genehmigung von Pestizidmischungen mit Sulfoxaflor in Deutschland rückt näher. Laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) befinden sich die „gestellten Anträge in der Abschlussbewertung“. Sulfoxaflor könnte also schon bald auf unseren Äckern landen – mit ungeahnten Folgen für unsere Bestäuber. Wir müssen also rasch handeln!
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